Christophorus-Projekt von Caritas Köln geht in nächste Phase

Sahra Göcmez bei der Bemusterung HP

Gestaltungstechnische Assistentin aus Hürth begleitet die Produktentwicklung

Hürth/Köln. Die Schule lässt Sahra Göcmez (22) einfach nicht los. Obwohl sie bereits im Mai ihr Abitur am Goldenberg Europakolleg in Hürth bestanden hat und parallel dazu den Berufsabschluss einer Gestaltungstechnischen Assistentin erworben hat, arbeitet sie immer noch an einem Schul-Projekt – und zwar freiwillig.

Sahra hatte zusammen mit Klassenkameradin Hanna Fiener Ende 2014 (20) einen Design-Wettbewerb des Diözesan-Caritasverbands in Köln gewonnen, mit dem dieser zur Neugestaltung der klassischen Christophorus-Plakette aufrief. Dabei sollte das Logo die Kriterien Innovation, Ästhetik, symbolische Aussagekraft und produktionstechnische Umsetzbarkeit erfüllen. Besonders bemerkenswert an ihrem Sieg: Die beiden Goldenberger Schülerinnen setzten sich gegen 31 weitere Bewerber durch, darunter Auszubildende und Studierende aus Design- und Kreativdisziplinen in ganz NRW.

Hanna und Sahra entwerfen das Christophorus-Logo HP

Die Caritas stellte von Vornherein eine weitere Zusammenarbeit in Aussicht, sodass die Arbeit der Schülerinnen nicht mit dem erfolgreichen Entwurf des Logos beendet sein sollte. Dazu Bruno Schrage, Referent für Caritaspastoral und Grundsatzfragen: „Die Schülerinnen haben schon in der Entwicklung des Entwurfs viel Kreativität an den Tag gelegt. Jetzt freuen wir uns, dass sie auch bei der Entwicklung einer Produktpalette weiterhin ihr Know-how unter Beweis stellen.“ So hat Sahra Göcmez vor kurzem an einer sogenannten Bemusterung teilgenommen; hier sichtete sie zusammen mit Vertretern der Caritas Produkte aus verschiedenen Materialien und Formen, die das neue Christophorus-Logo zieren sollen. Und es wurde deutlich – Christophorus geht mit der Zeit. Neben der klassischen Plakette für das Armaturenbrett im Auto sind auch Schlüsselanhänger und ein Nano-Pad im Gespräch. Hierbei handelt es sich um eine kleine Kunststoffmatte, ursprünglich für die Luftfahrt entwickelt, die eigenständig auf dem Armaturenbrett haftet und Gegenstände auch bei kurvenreichen Straßen sicher festhält. Genau die richtige Aufgabe für den Schutzpatron der Autofahrer.

Bemusterungstermin bei der Caritas HP

Sahra empfand den Tag als sehr lehrreich: „Ich habe die ganze Bandbreite der Produkte begutachtet und weiß nun, mit welchen unterschiedlichen Techniken unser Logo auf die Produkte kommt. So wurde der Christophorus-Umriss auf die Schlüsselanhänger aus Aluminium mit einem Hochdruckwasserstrahl dekupiert.“ Doch nicht nur in den produktionstechnischen Ablauf konnte Sahra einen Einblick gewinnen. Sie hat auch die Kalkulation der Produktionskosten hautnah miterlebt. Ihr Fazit: „Es ist total interessant, den kompletten Entwicklungsprozess mitzuerleben – von meinem Entwurf auf dem Papier bis hin zum fertigen Produkt in der Hand.“ Auch beim nächsten Planungs- und Konzeptionstreffen Mitte November wird sie dabei sein und freut sich schon sehr darauf. 2016 werden die Produkte erhältlich sein. Ihr Erlös kommt einem karikativen Zweck zugute.

Informationen zum Bildungsgang der Gestaltungstechnischen Assistenten, der in drei Jahren zu Abitur bzw. Fachhochschulreife führt, erhalten Jugendliche am Samstag, 14. November 2015, auf dem Informationstag im Goldenberg-Europakolleg in Alt-Hürth. Ab 9.30 Uhr präsentieren Schülerinnen und Schüler ihre aktuellen Projektarbeiten und vermitteln einen Einblick in das Fach Gestaltungstechnik. Eine schulische Ausbildung am Goldenberg Europakolleg bereitet den Einstieg in Kreativ-Berufe optimal vor, wie die Rückmeldungen viele Ehemaliger bezeugen, die den Informationstag gerne als Treffpunkt besuchen.

MÜN