Goldenberger Quartett in Congleton

Vier Gestalter unterwegs in Großbritannien

Hürth/Congleton. Auch in diesem Jahr war der Aufenthalt unserer Schüler in England für alle Seiten ein voller Erfolg. Die Schüler Fares Masalme (GTAM), Yannick, Falk (GTAM), Joshua Kreuter (GTFM) und Pascal Gräf (GTFM) verbrachten drei Wochen in Congleton. Jane Ash, unsere Kooperationspartnerin vor Ort, hat es auch in diesem Jahr wieder geschafft, die optimalen Voraussetzungen für einen gelungen Austausch zu schaffen. Nicht nur die Praktikumsbetriebe, auch die für den Aufenthalt ausgewählten Familien, die unsere Schüler für die Zeit aufnahmen, waren ideal ausgewählt und vorbereitet. Ohnehin legt Jane Ash sehr viel Wert darauf, dass unsere Schüler die bestmöglichen Bedingungen vorfinden.

Für uns als Schule ist dies besonders wichtig, da die meisten der Schüler erstmalig für längere Zeit von ihren Familien getrennt sind, was oft auch mit persönlichen Ängsten der Schüler und Eltern, das denn auch alles gut geht, einhergeht. Die familiäre Einbindung war für unsere Schüler in diesem Jahr ein Erlebnis und sie verbrachten gemeinsam einen großen Teil ihrer Freizeit mit ihren Familien. So schlossen sich die Gasteltern der drei Gastfamilien kurz und organisierten Ausflüge in die nähere Umgebung und auch nach Manchester oder verbrachten Grill- und Fernsehabende gemeinsam mit unseren Schülern.

Sie umsorgten unsere Jungs, als seien es ihre eigenen. Für Joshua Kreuter, der während dieser Zeit Geburtstag hatte, wurde sogar eine Überraschungsparty von seinen Gasteltern für ihn organisiert. Sie luden dazu alle Austauschschüler nebst ihrer Gastfamilien ein. Als ich Joshua im Museum besuchte, erzählte er mir begeistert von diesem Tag. Am Abend meiner Ankunft vor Ort berichteten alle bei einem gemeinsamen Essen gleichermaßen darüber, wie viel Mühe sich die Gasteltern und ihre Kollegen*innen in den Betrieben gaben und wie fürsorglich alle waren.

„Wir wachsen mit unseren Herausforderungen“ war das Credo des gemeinsamen Abends. Sie erzählten mir von ihren anfänglichen Ängsten davor, was wohl in den Praktikumsbetrieben von ihnen erwartet würde und ob sie die Aufgaben überhaupt schon erfüllen könnten. Wie toll sie in ihren Betrieben aufgenommen worden waren und welche ersten Erfolge sie für sich in der Arbeit verbuchen konnten.

Bei meinen Besuchen in den Betrieben wurden mir ebenfalls nur positive Rückmeldungen über Ergebnisse, Engagement, Arbeitsbereitschaft und dem professionellen Auftreten unserer Schüler zurückgemeldet. Eine Win-win-Situation für beide Seiten. So die Rückmeldung aller Arbeitgeber.

Im Folgenden berichten die Schüler selbst über ihren Aufenthalt und ihre Erfahrungen in den Betrieben.

 

Praktikum in der Old Saw Mill (Pascal)

Ich arbeitete bei The Old Saw Mill, einer gemeinnützigen Organisation, die nicht nur Menschen mit Handicap beschäftigt. The Old Saw Mill ist ein Community Café. Dieses hat nur einen Festangestellte sowie vier Teilzeitbeschäftigte und wird durch mehr als 15 Freiwillige unterstützt, die sich wöchentlich abwechseln. Täglich finden dort verschiedene Veranstaltungen, Meetings etc. statt, denn die The Old Saw Mill bietet mehrere Räume auch zur Anmietung an. Dabei variieren die Veranstaltungen von Geschäftstreffen bis zu Sprachkursen und Unterhaltungstreffen für ältere Menschen, die beispielsweise an Demenz leiden. Hier wird ebenso ein kleines Restaurant betrieben, in dem man für wenig Geld essen kann und die Betreiber produzieren ihren eigenen über die Region hinaus bekannten Apfelsaft. Die Äpfel dafür kommen aus der gesamten Nachbarschaft und Region und werden alle gespendet. Mit dem Erlös des Saftes und des Restaurants finanzieren sie soziale Projekte. Meine Aufgabe war es Werbe- und Informationsträger für die The Old Saw Mill zu entwerfen, um damit kostengünstige Öffentlichkeitsarbeit betreiben zu können. Der Saft der Saw Mill ist bis nach London bekannt. Zwei Wochen vor meiner Ankunft waren Prinz Charles und seine Frau Camilla zu Besuch vor Ort, um genau diesen Saft zu probieren und sich die sozialen Projekte vor Ort anzuschauen. Dieses Ereignis musste gebührend festgehalten werden. So war es ebenso meine Aufgabe, diesen Besuch in einer professionellen Informations- und Fotowand für das Restaurant zu dokumentieren und zu gestalten. Ich konnte frei arbeiten und war erstaunt über das Vertrauen in meine Professionalität, welches mir entgegengebracht wurde. Das spornte mich natürlich an und im ständigen Austausch und Feedback über meine Zwischenergebnisse entstanden sehr gute Präsentations- und Werbemittel.

 

Praktikum bei Visyon Care in Congleton (Fares und Yannick)

Unser Auslandspraktikum haben wir für zweieinhalb Wochen in Congleton bei der gemeinnützigen Organisation Visyon absolvieren dürfen. Visyon sorgt sich um das mentale und emotionale Wohlergehen von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien.

An unserem ersten Tag, wurden wir mit Vorfreude von Sandi in Empfang genommen. Danach hat sie uns die Firma gezeigt, etwas über die Geschichte & Tätigkeiten von Visyon erzählt und uns den anderen Kollegen vorgestellt. In den beiden Wochen bestand unsere Hauptaufgabe darin, dass „Headspace Café“ von Visyon umzugestalten und ihm ein neues Aussehen zu geben. Im Zuge dessen haben wir ein neues Logo sowie eine dazu passende Speisekarte entworfen. Außerdem gab es diverse andere Aufgaben, die wir bearbeiten konnten, wie z.B. das Entwerfen von neuen ID Karten, die in Zukunft von allen Mitarbeitern genutzt werden, die Gestaltung von neuen Terminkarten oder das Anfertigen und Gestalten von Informationsplakaten für die Region.

Für das Redesign, haben wir etliche Ideen gesammelt, Skizzen angefertigt und diese digitalisiert. Unsere ersten fertigen Entwürfe, haben wir in einem Meeting mit Sandi und Lee (dem Chef Grafik Designer) präsentiert und besprochen. Im weiteren Verlauf haben wir in Absprache und unterstützt durch weitere Meetings mit den Verantwortlichen unsere Ideen oder einzelne Elemente kombiniert und weiterentwickelt, bis wir zum finalen Logo gelangt sind.

Der Arbeitsprozess für die Gestaltung der Speisekarte war identisch. Während unseres Praktikums, konnten wir viele Erfahrungen sammeln, unsere gestalterischen sowie sprachlichen Fähigkeiten verbessern und vieles Nützliches für unseren weiteren beruflichen Werdegang mitnehmen. Unsere Zeit bei Visyon hat sehr viel Spaß gemacht, da alle Mitarbeiter sehr nett und hilfsbereit waren und wir wie vollwertige Mitarbeiter behandelt wurden.

Dafür wollen wir uns hier noch einmal bei dem ganzen Visyon Team bedanken!!

 

Praktikum im Museum von Congleton (Joshua)

In der ersten Woche des Praktikums im Museum von Congleton bestand meine Aufgabe darin, ein Banner in Hoch- und Querformat zu entwerfen, welches für Prospekte und Flyer des Museums geeignet sein sollte. Zuerst habe ich Scribbles erstellt, um später mit Hilfe von Indesign und Photoshop die Banner zu entwerfen.

Mit Photoshop habe ich die Bilder so bearbeitet, dass man sie in Indesign einfügen konnte, um sie für das Banner verwenden zu können. Als die erste Woche des Praktikums vorbei war, hatte ich diese Aufgabe zur vollsten Zufriedenheit aller fertig gestellt.

In der zweiten Woche bis zum Ende des Praktikums bestand meine Aufgabe darin, aus verschiedenen Bildern, die mir zu Verfügung gestellt wurden, kindgerechte Ausmalbilder zu erstellen. Diese Aufgabe habe ich mit Hilfe von Photoshop bewältigt. Ich habe die Linien der Bilder nachgezogen, so dass am Ende, wenn man das Hauptbild entfernt hatte, nur noch die Umrisse zum Ausmalen blieben. Diese Malvorlagen braucht das Museum, da dort häufig Schülergruppen zu Besuch sind oder Workshops für Kinder stattfinden. Hier kommen diese zum Einsatz.

Zu den Vorlagen gehörten Bilder alter Häusern bzw. Gebäuden von Congleton, Fotografien von geschichtlichen Figuren aus dem Museum und Münzen, die ebenfalls als Ausstellungsobjekte im Museum zu sehen sind. Zusätzlich habe ich an einem Tag die Arbeiten von ehemaligen Praktikanten des Museums, auf Wunsch des Arbeitgebers Ian, angepasst. Zusammenfassend kann ich sagen, dass der Aufenthalt eine wertvolle Erfahrung für mich war. Ich konnte nicht nur meine Sprachkenntnisse verbessern, sondern habe durch die Aufgaben, die mir gestellt worden sind, meine fachlichen Kenntnisse vertiefen und erweitern können.

 

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