Goldenberg Europakolleg

Hürther Schüler am Campus Deutz

Wissenschaftliche Hilfskraft erläutert Experiment mit Industrie-Roboter 2_klein

Maschinenbautechnische Assistenten sind gut für das Studium gerüstet

Hürth/Deutz. „Ihr werdet Problemlöser!“ – Auf diesen gemeinsamen Nenner bringt Hanna Mengen, Dekanatsreferentin an der Fakultät 09 der Fachhochschule Köln am Campus Deutz, das Anforderungsprofil von Ingenieurberufen. Die Fakultät 09 umfasst Ingenieur-Studiengänge in Anlagen-, Energie- und Maschinensystemen. Zwei Oberstufenklassen der Maschinenbautechnischen Assistenten des Goldenberg Europakollegs in Hürth besuchten Ende November den Campus der FH Deutz, um sich über die Studiengänge dort zu informieren. Für viele der Schüler, die in einem halben Jahr ihr Abitur bzw. Fachabitur ablegen werden, steht die grobe Wegplanung bereits fest: Sie wollen ein technisches Fach studieren. Das ist nicht einfach so dahin gesagt, denn in ihrem dreijährigen Bildungsgang am Hürther Berufskolleg haben sie bereits Grundkenntnisse in Fächern wie Maschinenbautechnik, Konstruktionstechnik sowie Steuer- und Regelungstechnik erlangt. So können sie genau einschätzen, ob ihnen ein technisches Studium liegt.

Das bestätigt auch Judith Scherer von der Zentralen Studienberatung der FH Köln, als sie die Goldenberger Schüler über den Deutzer Campus führt. Sie bescheinigt Schülern und Schülerinnen, die vom Berufskolleg an die FH kommen, einen Wissensvorsprung in technischen Fächern gegenüber Schülern von allgemeinbildenden Schulen. Aber das ist nicht der einzige Vorteil, den Bildungsgänge wie derjenige der Maschinenbautechnischen Assistenten aufweisen: „Absolventen von Berufskollegs haben oft eine konkretere Vorstellung von den Anforderungen und Aufgaben in technischen Berufen. Und natürlich bereiten die Leistungskurse Mathematik und Maschinenbautechnik gut auf ein technisches Studium vor.“ Alles in allem bringen die Berufskolleg-Absolventen also gute Bedingungen für einen Erfolg versprechenden Studienstart mit.

Zwei Technische Assistenten studieren den Semesterplan Maschinenbautechnik_klein

Oliver Klein (18) interessiert vor allem, ob der Campus Köln-Deutz auf den Doppeljahrgang 2013 vorbereitet ist. Hanna Mengen kann ihn beruhigen. Sie macht allerdings auf den Numerus Clausus aufmerksam, der auf einigen Studiengängen liegt. Bildungsgangleiterin Ruth Drechsler, die den Studientag organisierte, sieht darin aber keinen Grund zur Besorgnis: „Der Großteil der Schüler hat recht gute Noten, so dass der NC hoffentlich kein Problem für sie werden wird.“ Für die Schüler, für die es momentan knapp aussieht, ist der Besuch an der Fachhochschule ein Anreiz. „Jetzt haben sie ein Ziel vor Augen, das sie auf den letzten Metern vor dem Abitur bzw. Fachabitur motiviert“, so Drechsler. Dass es sich lohnt, die Schüler rechtzeitig auf das Studium einzustimmen, zeigt sich daran, dass die Bildungsgangleiterin in Deutz auf viele ehemalige Goldenberger Schüler traf. Diese berichteten den Besuchern von ihren Erfahrungen im Studium und gaben ihnen gute Tipps mit auf den Weg, welche Schulfächer im Studium noch wichtig sein werden. Daran wird deutlich, dass ein Technik-Studium die logische Fortsetzung der Ausbildung zum Technischen Assistenten ist.

Auch Professor Ulf Müller vom Institut für Produktentwicklung und Konstruktionstechnik sieht in der praxisnahen Ausbildung am Berufskolleg einen Vorteil. Er führt die Schüler durch das Labor für Fertigungssysteme und erläutert verschiedene Experimente und Projekte. Dabei erzählt er den Schülern, dass es ihn immer wieder erstaunt, wenn er auf Studenten trifft, die selbst im vierten Semester noch nie eine Drehmaschine von Nahem gesehen haben. Darüber können die Goldenberger Schüler nur lachen, denn sie selbst stehen seit der 11. Klasse regelmäßig in den Fächern Fachpraxis und CNC-Technik an den Drehmaschinen der Schule und entwickeln Steuerungsprogramme für diese.

Auf besonderes Interesse stößt der Studiengang des Rettungsingenieurwesens. Die angehenden Abiturienten Marius Walzog (19) und Christian Mohr (18) sind bereits seit ihrer Jugend bei der Freiwilligen Feuerwehr und dem DRK ehrenamtlich tätig. Beide überlegen, aus ihrem Hobby einen Beruf zu machen. Sie nehmen wertvolle Informationen über ihren Wunschberuf mit nach Hause.

Ruth Drechsler plant bereits einen weiteren Studientag. Diesmal soll es nach Aachen an die RWTH gehen. Dort können zwar nur Maschinenbautechnische Assistenten des AHR-Bildungsgangs ein Studium aufnehmen, aber sie zeigt den Schülern der FHR-Klasse eine Alternative auf: „Wenn ihr den Bachelor-Abschluss an einer Fachhochschule erworben habt, könnt ihr euch zum Masterstudiengang auch an einer Universität bewerben.“  (MÜN)

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