Goldenberg Europakolleg

Jubiläum und Premiere in einem

Erster Goldenberger Schüler im EU-Praktikum nach Lockdown

Hürth/Malta. Seit 2006 schickt das Goldenberg Europakolleg Abiturient*innen nach Malta. Damit feiert das Hürther Berufskolleg in diesem Jahr sein 15-jähriges Jubiläum auf der Insel. Die Schüler*innen verbringen dort vier Wochen, um ein Erasmus-Praktikum zu absolvieren. Diese können je nach Ausbildungsschwerpunkt im kreativen oder metallverarbeitenden Bereich liegen. Für die Jugendlichen immer ein besonderes Erlebnis in ihrer Schulzeit, wo sie erste Schritte im Arbeitsleben wagen und sich in einem fremden Land zurechtfinden müssen.

Karsten Oberländer, seit August dieses Jahres Schulleiter am Goldenberg Europakolleg, möchte nun den Anteil seiner Berufsschüler*innen im Auslandspraktikum erhöhen. Damit ist er auf einer Linie mit der Bezirksregierung Köln. Die dort angesiedelte EU-Geschäftsstelle fordert von allen Berufskollegs eine Quote von 11% der Schüler*innen eines Jahrgangs, welche die sogenannte Lernmobilität in der Berufsausbildung nachweisen. Eine Quote, die das Goldenberg Europakolleg seit Jahren übertrifft – allerdings in erster Linie im vollzeitschulischen Abiturbereich.

Deshalb ist es eine Premiere, dass Daniel Helmert, Auszubildender der RWE Power AG im 3. Ausbildungsjahr am Standort Niederaußem, gerade vier Wochen auf einer Werft auf Malta arbeitete. Bei Cassar Ship Repair Ltd. hatte der angehende Industriemechaniker Gelegenheit, seine in der Ausbildung erworbenen Fertigkeiten und Fähigkeiten zu vertiefen und zu ergänzen. Die Cassar-Werft ist ein imposantes Unternehmen, das von kleinen Schleppbooten bis zu gigantischen Offshore-Versorgungsschiffen und auch einem U-Boot für Filmaufnahmen die unterschiedlichsten Schiffsklassen im Dock hat.

Sabine Staiger-Pannes, EU-Koordinatorin der Schule, überzeugte sich nun vor Ort, dass die Rahmenbedingungen des Praktikums stimmen. Denn: Der Ausbildungsbetrieb hat Daniel dafür vom laufenden Betrieb freigestellt. Die Ausbilder*innen sind am ehesten bereit, ihr Einverständnis dafür zu geben, wenn sie von der Sinnhaftigkeit der EU-Praktika überzeugt sind: Sprich: Sie wollen sicher sein, dass sich ihre Schützlinge zum einen in guten Händen befinden und zum anderen in einem anspruchsvollen, dem Ausbildungsziel dienenden Praktikumsplatz untergebracht sind.

Das Fazit: Daniel selbst ist sehr zufrieden mit seinem abwechslungsreichen Praktikumsplatz und glücklich darüber, diese Chance bekommen zu haben. Praktikumsbetreuer Clayton Casha und Geschäftsführerin Andrea Cassar hat Daniels Arbeitseifer und Selbstständigkeit beeindruckt.

Sabine Staiger-Pannes Fazit lautet: „Cassar bietet einen Mehrwert für die Ausbildung der Auszubildenden, da sie in der Werft in einem gänzlich anderen Arbeitsumfeld ihre erlernten Fertigkeiten anwenden und vertiefen können. Zudem stellen sie im Schmelztiegel Malta ihre interkulturellen Fähigkeiten unter Beweis, da ihre Kolleg*innen aus aller Welt zusammenkommen und die Verständigung auf Englisch erfolgt.“

Auch Daniels Ausbilder bei RWE, Frank Viehofen, äußert sich sehr positiv über die Premiere:

Auslandsaufenthalte sind für junge Menschen in der Berufsbildung die ideale Möglichkeit, Kompetenzen und Fähigkeiten für die internationale Arbeitswelt zu erlangen. Davon profitiert auch RWE als global agierendes Unternehmen.“

Die Goldenberger EU-Koordinatorin ergänzt: „Malta bietet sich nach dem Brexit-Ausfall Großbritanniens als Praktikumsland an. Die große Mehrheit der Bevölkerung versteht und spricht Englisch, da es die 2. Amtssprache ist. Zurzeit erlebt der Inselstaat einen Wirtschafts- und Investitionsboom, sodass die Betriebe auftragstechnisch ausgelastet sind und Praktikant*innen anspruchsvolle Aufgaben anbieten können. So sind wir optimistisch, dass wir trotz der anhaltenden Pandemie unsere langjährigen Praktikumstradition auf Malta weiter ausbauen können.“

Fürs kommende Jahr beginnen bereits die Vorbereitungen weitere Auszubildende ins Praktikum nach Malta zu schicken.

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