Goldenberg Europakolleg

Keine schwere Geburt

Erfolgreiche Abschlussprüfung der Metallbauer-Azubis trotz neuer Prüfungsordnung

Grund zu feiern gab es Anfang März für 31 Metallbauer-Azubis des Goldenberg Europakollegs. Die Fachinnung Metall Rhein-Erft veranstaltete die Lossprechungsfeier für die frisch gebackenen Gesellen im Haus des Rhein-Erft-Kreis-Handwerks in Frechen. Die Fachlehrer Marita Hoff, Stefan Daniel, Peter Lauvenberg und Willibert Lambertz, der auch die Festrede an dem Abend hielt, hatten es sich nicht nehmen lassen, gemeinsam mit ihren Schülern die Feierstunde zu begehen.

Obermeister Franz-Peter Mühlfarth stellte in seiner Begrüßung zufrieden fest, dass die Quote der bestandenen Prüfungen mehr als 86 % betrage, im NRW-Durschnitt ein sehr guter Wert. Mühlfarth bestätigte den jungen Männern, dass sie zufrieden mit dem Erreichten sein könnten. Und er gab ihnen mit auf den Weg, dass sie durch ihre Berufsausbildung solide Kenntnisse und Fertigkeiten erworben haben, die sie nicht nur zur Ausübung eines zukunftssicheren Metallberufs befähigten, sondern generell in der Arbeitswelt von Vorteil seien.

Metallbauermeister Klaus Friedrich bemerkte in seiner Rede erfreut, dass er nicht viele Auszubildende des Jahrgangs kenne, denn als Lehrlingswart sei es seine Aufgabe, Probleme zwischen Lehrlingen und Ausbildungsbetrieben zu lösen. „Das war in diesem Durchlauf nicht notwendig.“

Den Höhepunkt der Lossprechung stellte die Ehrung des Innungsbesten dar: Benjamin Bertram, der insgesamt mit „gut“ abschnitt. Für den 22-jährigen war die Gesellenprüfung allerdings keine schwere Geburt. Die erlebte er Rosenmontag, als er im Kreißsaal bei der Geburt seines Sohnes dabei war, den er auch stolz bei der Lossprechungsfeier vorzeigte. Gefragt, welches Ereignis ihn mehr gefordert hätte, antwortete er entschieden „die Geburt.“

Dabei gab es bei der Winterprüfung 2011/2012 eine Neuerung: Die neue Ausbildungsordnung stellt nun höhere Ansprüche an die Auszubildenden. Gerade deshalb ist Willibertz Lambertz, Fachlehrer für Metalltechnik am Goldenberg Europakolleg und Vorsitzender des Prüfungsausschusses, besonders zufrieden mit dem aktuellen Ergebnis: „Nur fünf Lehrlinge sind an den erhöhten Anforderungen gescheitert.“ Doch das bedeute nicht das Ende. Noch zweimal haben die Prüflinge Gelegenheit, ihre Gesellenprüfung zu absolvieren. Lambertz: „Der nächste Termin ist im Mai, dafür drücke ich ihnen die Daumen.“

Zu den 31 Schülern, die nun ihr Zeugnis in Empfang nehmen konnten, kommen weitere drei Schüler, welche die Gesellenprüfung vorgezogen haben und bereits im letzten Jahr ihre Ausbildung erfolgreich beendeten.

In seiner Rede machte der Goldenberger Lehrer deutlich, welche zusätzlichen Anstrengungen die Schule unternommen hatte, die Schüler gut in die Prüfungen und in den Übergang ins Berufsleben zu begleiten. Um die Schüler optimal auf die Gesellenprüfung vorbereiten zu können, wurde zusätzlich eine Doppelstunde in der Woche im Stundenplan verankert, sodass die Schüler speziell gefördert und gefordert werden konnten – dies sei ein fester Bestandteil des Schulkonzeptes, das Willibert Lambertz zufolge Früchte getragen habe.

Genauso, wie die Möglichkeit, am Goldenberg Europakolleg neben dem Gesellenbrief zusätzlich einen höhren Schulabschluss zu erlangen. Lambertz: „Sieben Auszubildende haben ein Schulhalbjahr lang abends Englisch gebüffelt und sind dafür mit der Fachoberschulreife belohnt worden.“

Und auch weitere Zusatzqualifikationen konnten erlangt werden. So führte die Firma Hilti an der Hürther Schule das Befestigungsseminar Dübeltechnik durch, für welches die Schüler einen Nachweis erhielten – ein Pluspunkt bei der anstehenden Stellensuche.

Das Goldenberg Europakolleg, das sich zur „Gesunden Schule“ entwickelt, bot den Auszubildenden ein Fahrsicherheitstraining bei der Polizei Bergheim an, das den Berufsschülern nicht nur Sicherheitsregeln vermittelte, sondern auch Spaß machte.

Der Prüfungsausschuss wünschte den jungen Männern alles Gute für ihren weiteren Weg. Keine Gedanken über seine berufliche Zukunft muss sich Benjamin Bertram machen. Der junge Familienvater hat bereits einen Arbeitsplatz im Anschluss an seine Ausbildung gefunden. Er arbeitet nun bei der KWE Stahl- und Industriebau GmbH & Co. KG in Wesseling.

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