Goldenberg Europakolleg

Praktikum in Portsmouth

Positives Feedback der Betriebe

Portsmouth. Am Ende der ersten Woche des dreiwöchigen EU-Austausches 2017 fanden die Praktikumsbesuche im südenglischen Portsmouth statt. Länderkoordinatorin Andrea Kahr schaute sich zusammen mit Clifford Letts vom Kooperationspartner Tellus College jeden Betrieb gründlich an und prüfte, ob die Tätigkeiten der Schüler dort dem Berufsfeld ihres Bildungsganges entsprechen.

Hier ein paar ausgewählte Praktikums-Steckbriefe:

South Coast Emporium – Einen unglaublich abwechslungsreichen Arbeitsplatz haben Martin und David, beides Gestaltungstechnische Assistenten mit dem Ziel Fachhochschulreife, erwischt: Die Galerie South Coast Emporium bietet aufstrebenden Künstlern und Kunsthandwerkern Gelegenheit, ihre Werke aus diversen Bereichen wie Malerei, Keramik, Siebdruck, Neonschilder, Lederwaren oder Bekleidung auf den Markt zu bringen.

Die Ausstellungsfläche ist in mehrere Nischen aufgeteilt, die jeweils einem Künstler zugeordnet sind und einen spezifischen thematischen Schwerpunkt haben. Angeschlossen an die Galerie ist ein skurriles Café, das ein Mal im Monat zur Bühne für Swingbands wird.

Unterschiedliche Tätigkeiten gehören zu Martins und Davids Aufgabengebiet: Sie arrangieren und präsentieren Produkte in den Verkaufsauslagen nach ihren eigenen Vorstellungen. Sie gruppieren die Produkte beispielsweise nach Farbe oder thematischer Zusammenhörigkeit. Außerdem fotografieren sie die Artikel, bearbeiten die Fotos mit verschiedenen Filtern und stellen sie anschließend auf die Homepage der Galerie. Neben der kreativen Seite gewinnen Martin und David einen Einblick in die unternehmerische Seite des Künstlerdaseins – in Vermarktung, Networking, Präsentation der Werke und letztendlich in eine marktorientierte Preisgestaltung.

Groundlings Theatre Portsea – Katerina und Christina – ebenfalls Gestaltungstechnische Assistentinnen mit dem Ziel Fachhochschulreife beziehungsweise Abitur – sind im Theater gelandet. Genauer: hinter den Brettern, die die Welt bedeuten. Sie sind zuständig dafür, die Kulissen und Requisiten für die anstehenden Produktionen des Hauses anzufertigen. Im April wird „Wind in the Willows“, der Kinderklassiker des englischen Schriftstellers Kenneth Grahame, als interaktives Musical aufgeführt. Parallel zu der Naturkulisse dieses Stückes arbeiten Katerina und Christina an Bannern mit chinesischen Schriftzeichen für das Stück „Aladdin“ – das wird erst im Herbst auf dem Spielplan stehen. Warum das so ist, erläutert Richard Stride, der Gründer und künstlerische Leiter des Theaters, der früher in Hollywood-Produktionen wie den Star Wars-Filmen mitwirkte: „In unserem Theater laufen im Jahr zwölf größere Produktionen und 80 kleinere, deshalb erstellen wir immer einen Requisitenplan für ein Jahr im voraus.“

Das Gebäude aus dem Jahr 1784, in dem Groundlings Theatre residiert, ist aber nicht nur bei Theatergängern beliebt. Es wird zu den „most haunted buildings“ in Hampshire gezählt – es soll ungefähr zehn Geister beheimaten, darunter eine Gruppe von lachenden Schulkindern aus der Zeit, als das Gebäude als Schule fungierte.

Katerina ist glücklich, im Groundlings Theatre ihr Praktikum zu absolvieren: „Der Beruf eines prop makers hat mich schon immer interessiert, weil ich auch zuhause sehr viel bastel.“ Die erste Aufgabe für sie und Christina bestand darin, Detailfotos von der Außenwand des Theaters zu machen und die Backsteinstruktur anschließend auf eine Pappwand zu übertragen. Dabei war es wichtig, die verschiedenen Rot- und Brauntöne der Mauer einzufangen. Die beiden Schülerinnen haben bereits einen Einblick in die bildnerische Gestaltungslehre gewonnen und wissen, mit welchen optischen Tricks gearbeitet wird, um die Illusion einer anderen Welt auf der Bühne zu erschaffen. Viele der Elemente, die auf der Bühne schwer und wuchtig erscheinen, sind nämlich –  aus Leichtplastik. So haben die angehenden Fachabiturientinnen einen kompletten Bücherschrank angemalt – den sie mit einer Hand hochheben können.

Pulse Racing Products – Auch Maschinenbautechnische Assistenten absolvieren ein Praktikum in Portsmouth. Nils arbeitet drei Wochen lang bei Pulse Racing Products, die Motorradteile wie beispielsweise Tankdeckel herstellen, personalisieren und vertreiben. Nils‘ Aufgabe ist es unter anderem, mithilfe einer Gravur-Lasermaschine Teile zu beschriften.

Dafür arbeitet er mit der Software CoralDRAW, für ihn ein neues Programm. Nils ist sehr zufrieden mit seinem Praktikumsplatz: „Ich konnte sofort am zweiten Tag selbstständig am Laserschneider arbeiten.“ Eine weitere Aufgabe wird sein, mit dem Laserschneider den Schaumstoffeinsatz für einen neuen Musterkoffer zuzuschneiden, in dem Pulse Racing seine Produkte optisch gut in Szene setzen will.

Jim Peters, Inhaber von Pulse Racing Products, hat mit Nils zum ersten Mal einen Schülerpraktikanten von Tellus an Bord. Er ist so zufrieden mit Nils‘ Engagement, dass er Clifford Letts beim Praktikumsbesuch sofort zusagte, in Zukunft weitere Praktikanten in seinem Betrieb zu beschäftigen.

Fazit

Die Praktikumsbetreuer in den jeweiligen Betrieben lobten die Fähigkeiten der Goldenberger Schülerinnen und Schüler. Zunächst einmal waren alle mit ihrer Sprachkompetenz in den Bereichen Verständnis und Produktion zufrieden. So stellte Richard Stride fest: „Ich konnte Katerina und Christina sofort komplexe Aufgaben geben – da war kein Nachfragen notwendig.“ Lorraine Trevor von Southern Auto Centre, für die die Gestaltungstechnische Assistentin Treesukon das Content Management System der Website betreut, sagt sogar: „Ich will sie gar nicht mehr gehen lassen, Treesukon hat bei uns innerhalb weniger Tage Aufgaben erledigt, die ein Jahr lang unerledigt blieben.“ Ein anderer Betreuer lobte die „German efficiency“.

Hier ein paar weitere Impressionen aus den Praktika:

Und weitere Impressionen aus Portsmouth:

 

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