Vielfältiges Angebot am Gesundheitstag 2018

Mission Salutogene Schule am Goldenberg Europakolleg

Hürth/Wesseling. Am Dienstag, 19. Juni, fand der diesjährige Gesundheitstag des Goldenberg Europakollegs am Standort Alt-Hürth stattt. Ziel war es, allen Mitwirkenden am Goldenberg Europakolleg die pädagogische Leitidee der Gesunden Schule bzw. Salutogene auf vielfältige Weise zu vermitteln. Henno Reisingers Fazit am Ende des Tages: „Das ist uns gelungen!“ Alle Programmpunkte des Tages – ob Sportangebot oder Informationsveranstaltungen – luden zum Mitmachen ein und bringen den Jugendlichen eine lebendige Gesundheitsförderung nahe.

Offiziel eröffnet wurde der Gesundheitstag von Schulleiter Matthias Herwartz, der Vertreter des Rhein-Erft-Kreises begrüßte. Dazu gehörten: Willi Zylajew (CDU), Jens Menzel, Dezernent bei der Stadt Hürth für die Bereiche Jugend, Bildung und Sport, Dr. Franz-Josef Schuba, Leiter des Gesundheitsamtes sowie Matthias Becker, Fachberater für Schulen bei der AOK Rheinland. Anschließend führte Herr Herwartz zusammen mit Henno Reisinger durch die vielen Stationen des Tages.

Traditionell fand im Sportstadion wieder der Unicef-Sponsorenlauf statt: Hier liefen Schülerinnen und Schüler Stadionsrunden, für jede absolvierte Runde erhalten sie von selbst gesuchten Sponsoren Spenden, die der Unicef-Aktion „Schulen für Afrika“ zugute kommen. Das Team rundum den Spendenlauf wartet gespannt auf die Endsumme dieses Jahres!

Ebenfalls am Sportplatz gab es Stationen, an denen das Deutsche Sportabzeichen erlangt werden konnte: Sprint – Weitsprung – Weitwurf.
Eine Gelegenheit, die sich zahlreiche Schülerinnen und Schüler sowie Kollegen, darunter auch ehemalige, nicht entgehen ließen.
Zeitgleich fanden im und um das Schulgebäude in Alt-Hürth herum ebenfalls Sport-Workshops statt. Hier Bilder vom Bogenschießen, das Regina Klostermann von „Schwindelfrei – der Kletterwald“ aus Brühl anleitete. Vor dem eigentlichen Schießen mit dem Bogen standen erst mehrere Gruppen- und Partnerübungen, in denen das Aufwärmen und Mobilisieren des Körpers im Mittelpunkt stand. Das eigentliche Schießen besteht aus acht Phasen. Hier wurde deutlich, dass es sich beim Bogenschießen vor allem um einen Konzentrationssport handelt.
Das Thema Sicherheit ist untrennbar mit der Gesunden Schule verbunden, deshalb führte auch in diesem Jahr Franz Wickerath vom ADAC ein Sicherheitstraining am Überschlagsimulator durch. Franz Wickerath legt bei seiner Einführung Wert darauf, grundlegendes Verhalten bei den jungen Fahranfängern zu sichern: richtige Sitzhaltung, Gurt anlegen, Kopfstützen einstellen. Kleinigkeiten, die Jugendliche vor lauter Lust am Fahren gerne vernachlässigen, die aber, so Wickerath, im Notfall „über Leben und Tod entscheiden können“.
Die erste Station war der Überschlagsimulator. Franz Wickerath nannte als vorrangiges Ziel des knallgelben Autos, das sich um die eigene Achse drehen kann, den Fahrer auf die Situation vorzubereiten, wenn sie sich nach einem Unfall kopfüber im Auto wiederfinden. „Da geraten junge Fahrer schnell in Panik. Wir wollen, dass sie sich dann an das Fahrsicherheitstraining erinnern und wissen, wie sie sich damals gefühlt haben, ohne panisch zu werden.“

Die zweite Station des Sicherheitstrainings wurde rund um die so genannte Rauschbrille aufgebaut. Die Mitarbeiter des ADAC klebten farbige Linien auf den Boden, auf denen die Schüler entlang gehen sollten. Auf den ersten Blick sieht das leicht aus. Aber als die ersten Schüler – mit einer Rauschbrille versehen, die einen Alkoholrausch zwischen 1,3 und 1,5 Promille simuliert – es nicht schafften, die Linie zu treffen und statt dessen über ihre eigenen Beine stolpern, waren die Lacher groß. Für viele Schüler ein Aha-Effekt. „Typisch“, sagte Franz Wickerath: „Die alkoholisierten Fahrer denken ja von sich selber, sie haben sich und ihren Körper noch voll im Griff. Wie es aber wirklich um ihre Wahrnehmung und Körperbeherrschung bestellt ist, hat die Rauschbrille gerade deutlich bewiesen.“

Mit Skateboards, genauer gesagt Longboards beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler im Workshop von Peter Stratmann, der selbst Helm und Schoner anlegte. Grundlegende Fertigkeit, die durchs Boarden trainiert wird: Gleichgewichtssinn.
Im Gymnastikraum der Goldenberger Turnhalle boten Christiane Höhne und Kerstin Kottmann den Bewegungs-Check-Up an. Hier ging es um verschiedene Fähigkeiten: Ballprellen, Zielwerfen, Hüftbeugen, Standhochspringen, Halten im Hang und Stufensteigen. Die Schülerinnen und Schüler konnten anhand von Vergleichstabellen erkennen, ob sie gut im Schnitt ihrer Altersgruppe oder doch eher darunter lagen.
Um ein ernstes, aber wichtiges Thema ging es bei Bianca Banajanz von der Westdeutschen SpenderZentral WSZE. Bei ihr konnten Jugendliche einen Abstrich der Mundschleimhaut vornehmen, um sich auf eine mögliche Knochenmark- und Blutstammzellspende testen zu lassen. Diese Möglichkeit nahmen angehende Chemielaboranten vom Standort Wesseling wahr und ließen sich für die Spenderkartei registrieren. Dabei wurde Frau Banajanz von der Bereitwilligkeit der Schüler*innen überrascht: 84 potenzielle Spender konnte sie neu in die WSZE-Kartei aufnehmen.
Maura Schmittman von der Brain-food-Bar der AOK erklärte, dass auch das Gehirn von der richtigen Zusammensetzung der Nahrung profitiert, denn es verbraucht ca. 20 % der täglich zugeführten Nahrung und das rund um die Uhr – auch im Schlaf. Ideale Energielieferanten sind vor allem komplexe Kohlenhydrate, die lange sattmachen und Heißhungerattacken verhindern.
An der Brain-food-Bar konnten sich die Schülerinnen und Schüler aus Nüssen, Kernen und Trockenobst einen individuellen Mix zusammenstellen. Sie betont, wie wichtig die Qualität der einzelnen Zutaten ist. Deshalb kommen beispielsweise geschwefelte Obstsorten „nicht in die Tüte“.
Der Gesundheitstag endete mit einer feierlichen Siegerehrung durch die Schulleitung. Die Einzel- und Klassensieger erhielten Gutscheine vom Hürther Familienbad „De Bütt“ und von „Schwindelfrei – Der Kletterwald“ für eine Besuch auf dem Klettersteig bzw. fürs House Running. Den Sponsorenlauf gewannen Niklas Tschaikowski aus der TA U mit 70 Runden, also 28 gelaufenen Kilometern, und Cynthia Graszek aus der GTF M mit 51 Runden, sprich 20,4 Kilometern.