Zwischen Militärgeheimnissen und Fußballprofis

Hürther Schüler absolvieren Betriebspraktika in Großbritannien

Portsmouth/Hürth. Ende Mai findet am Goldenberg Europakolleg in Alt-Hürth ein Infoabend über das EU-Austauschprogramm der Schule statt. Hier berichten die Mittelstufenschüler, die in diesem Schuljahr im Ausland ein Praktikum absolviert haben, den Unterstufenschülern von ihren Erlebnissen.

Der dreiwöchige Auslandsaufenthalt wird in den Bildungsgängen, die zum Abitur oder zur Fachhochschulreife führen, immer in der Mittelstufe zum Zeitpunkt vor Ostern angeboten. Außer nach Großbritannien fahren Schüler nach Finnland, Malta, La Palma, Valencia und Rumänien, um dort in die Arbeitspraxis hineinzuschnuppern. Entsprechend ihrem fachlichem Schwerpunkt in der Schule stammen die Praktikumsbetriebe aus den Bereichen Technik oder Design. EU-Koordinatorin Marina Kittler war in diesem Jahr sehr zufrieden mit der Qualität der Praktikumsplätze.

Felix Schöling (18), angehender Maschinenbautechnischer Assistent, arbeitete bei ICEE, einem Metall verarbeitenden Unternehmen, das maßgeschneiderte Gehäuse für Kunden wie Nokia oder British Telecom produziert. Oder auch die ikonischen Boxen für die Brompton Bikes, die zurzeit die Bahnhofsvorplätze Europas erobern. In diesen Metallboxen lassen sich die Falträder der Londoner Kultmarke Brompton platzsparend und vandalismussicher unterbringen und stehen als Leihräder Touristen zur Verfügung. Felix‘ Betreuer Craig Ritchie war sehr zufrieden mit seinem Praktikanten, denn er konnte schon nach wenigen Tagen und einer ausführlichen Sicherheitseinweisung an den Maschinen arbeiten. Kein Wunder: Den Umgang mit CNC-Fräsmaschinen kennt er aus dem praktischen Unterricht am Goldenberg Europakolleg. Schwieriger fand es Felix da anfangs schon, den schottischen Akzent seines Betreuers zu verstehen.

Einen Praktikumsplatz der besonderen Art fand Sandro Janoschka (17), ebenfalls Maschinenbautechnischer Assistent in spe: die Pall Corporation. Das Unternehmen mit Firmensitz in den USA hat sich auf die Produktion von Filtrieranlagen und -produkten spezialisiert – unter anderem für die Raumfahrt und Marine, also überaus sensible Bereiche. Deshalb war es eine der ersten Aufgaben für Sandro, eine Geheimhaltungserklärung zu unterzeichnen über die Einblicke, die er während seines Aufenthaltes gewinnt.

Als besonderen Glücksfall stellten sich für Sandro seine Praktikumsbetreuer heraus. Emma Oakes und Daniel Hicks, Werksstudenten aus dem Bereich Maschinenbautechnik, standen ihm die kompletten drei Wochen zur Seite. Sie arbeiteten speziell für ihn ein Programm aus, das mehrere Lernstufen umfasste. Sein erstes Projekt: das Design eines Cuttermessers zu überarbeiten. Dabei erweiterte er seine Softwarekenntnisse, denn er erstellte das neue Aussehen des Messers mit der CAD-Software CATIA V5, das in vielen Unternehmen zum Standard gehört. Anschließend wurde sein Entwurf mithilfe eines 3D-Druckers realisiert. Das Highlight seines straffen Arbeitsplans: Sandro präsentierte regelmäßig seine Ergebnisse Kollegen aus dem Unternehmen – auf englisch.

Auch Schüler aus dem Bereich Gestaltungstechnik absolvierten ein Praktikum in Portsmouth. Daniel Beller (18) landete im Marketingbereich von Pompey ITC, einer gemeinnützigen Stiftung, die dem örtlichen Portsmouth Football Club angeschlossen ist. Hier standen jeden Tag Veranstaltungen an wie Nachwuchsförderung in Schulen oder Benefiz-Events, die Daniel mit der Kamera dokumentierte. Anschließend bearbeitete er die Fotos und stellte sie in die sozialen Medien ein. Dan Rook, sein Betreuer, freute sich, dass Daniel Pompey ITC so tatkräftig zur Seite stand. In der letzten Woche sprang er bei einer Benefizveranstaltung auf dem 110 m hohen Spinnaker Tower sogar als Maskottchen Nelson ein. Jugendliche, die sich für einen Abitur-Bildungsgang am Beruflichen Gymnasium mit dem Schwerpunkt Maschinenbautechnik bzw. Gestaltungstechnik sowie die Möglichkeit eines EU-Praktikums interessieren, finden Informationen darüber unter www.goldenberg-europakolleg.eu.

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