Musikalischer Ausklang des Schuljahres

music4everybody führt Musical-Pilotprojekt am Goldenberg Europakolleg durch

Hürth. Was kann man in fünf Tagen schon auf die Beine stellen? Am Goldenberg Europakolleg in Hürth immerhin ein 60-minütiges Musical komplett mit aufwändigem Bühnenbild, Choreographie und Gesangseinlagen! Kein leichtes Unterfangen, aber mit Hilfe von „music4everybody“ überwanden Schüler*innen der Unterstufe der Abiturklasse für Gestaltung sowie aus den beiden Internationalen Förderklassen, ihr Lampenfieber und zeigten eine tolle Show.

„music4everybody“ ist ein gemeinnütziger Verein aus Frechen, der seit mehreren Jahren Musiktheaterprojekte in verschiedenen Schulformen organisiert. Aber bisher noch nie in einem Berufskolleg. Erstaunlich eigentlich, denn Projektleiterin Stephanie Siebert ist begeistert von der Atmosphäre in der Hürther Schule. Im Rahmen eines siebentägigen Workshops ermöglichte das Projekt rund 60 Schüler*innen der beiden internationalen Förderklassen des Kollegs sowie des beruflichen Gymnasiums täglich sechs Schulstunden Unterricht in Schauspiel, Gesang, Tanz und Bühnenbild. Gemeinsam studierten Einheimische, Jugendliche mit Migrationshintergrund und Flüchtlinge eine mitreißende Show ein.

Kerstin Kurth vom Goldenberg Europakolleg begrüßte zusammen mit Stephanie Siebert die anwesenden Schüler*innen und auch Eltern, die es sich nicht nehmen ließen, ihrem Nachwuchs bei der großen Show die Daumen zu drücken.

Worum geht es in dem Musical? Eine Gruppe Jugendlicher verbringt ein Wochenende in einem Wald-Camp, um ein Konzert einzustudieren. Schnell wird klar, dass Christoph, gespielt von Marvin Koßmann, von der Gruppe nicht angenommen wird. Er leidet an am Asperger-Syndrom, einer Störung aus dem Autismusspektrum, die ihm das Kommunizieren mit anderen erschwert. Die Differenzen zwischen Chris und der Gruppe eskalieren auf einer Party und Chris haut ab. Seine Bandmitglieder fangen an, sich mit seiner Krankheit auseinander zu setzen und entwickeln mehr Verständnis für sein Verhalten. Am Schluss finden sie ihn und sie versöhnen sich.

Neben szenischem Spiel gibt es mehrere Tanzszenen und Gesangseinlagen. Unter den vielen Tänzern stachen zwei in ihren Soloeinlagen virtuos heraus: Niklas (17) aus Paraguay und Andina (17) aus dem Kosovo. Beide besuchen die Klasse IFK 1, in der Schüler*innen mit Migrations- bzw. Flüchtlingshintergrund unterrichtet werden.

Bei den Gesangseinlagen fielen ebenfalls zwei Schülerinnen durch ihre Soloparts auf.

Zum Schlussapplaus kamen neben den Darsteller*innen auch das Team um Projektleiterin Stephanie Siebert auf die Bühne: Tanja Brunner (Coach Gesang), Aikatharini Giannakopoulou (Coach Tanz), Lucas Theisen (Coach Schauspiel), Danik Wulf (Tontechnik) sowie Dirk Schmidt, der mit den Schüler*innen eine sehr komplexe Bünendekoration anfertigte. Dirk Schmidt verbindet mit dem Goldenberg Berufskolleg, wie es damals noch hieß, seine eigene Schulzeit. Er hat hier von 2002 bis 2005 eine Ausbildung zum Schilder- und Lichtreklamerhersteller absolviert. Seine Reaktion, als er erfuhr, dass es mit dem Musicalprojekt zurück an „seine“ alte Schule ging? Riesenfreude, seine beiden Werbetechnik-Lehrer Lydia Trost und Markus Beusch wiederzusehen. Viele handwerkliche Fertigkeiten, die er für das Erstellen der Bühnenaufbauten benötigt, hat er hier erlernt. Wie ging es nach dem Goldenberg weiter? Er hat sich als Graffitikünstler Captain Kirk mit seinem Account Graph-efx international einen Namen gemacht und leitet die Graffiti School Cologne.

Von Goldenberger Seite stand neben Kerstin Kurth aus dem Team für Inklusion auch der Schulsozialarbeiter Stephan Heuser, der das Projekt an die Schule holte, auf der Bühne. Besonderer Dank gebührt den Goldenberger Lehrer*innen Silvia Schmitz und Frank Klein, welche die Projektwoche begleitet und viel Organisationsarbeit im Hintergrund geleistet haben.

Ermöglicht wurde dieses Angebot durch den Rotary-Club Köln-Ville, der das integrative Musiktheaterprojekt als Pilotprojekt für Berufskollegs gefördert hat. In Anknüpfung an das bestehende Schulprojekt „Mehr Chancen durch Rotary“ erweiterte der Verein auf diese Weise die Förderung der interkulturellen Verständigung zwischen jungen Menschen um die Mittel des Theaters. Mit der Aufführung am 11. Juli ist noch nicht der letzte Vorhang gefallen: Der Verein music4everybody! e.V. wird, gefördert durch Bundes- Landes- und Stiftungsmittel, dieses integrative Angebot ab September an vier Berufskollegs und sechs weiteren Schulen für jeweils acht Monate umsetzen.

Kontakt: www.music4everybody.com

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