Goldenberg Europakolleg

Europäischer Markt der Möglichkeiten

Göntje Gust von Studienscout NL berät Abiturientinnen HP

Projektwoche am Goldenberg Europakolleg Hürth endet mit Tag der offenen Tür

Hürth/Wesseling. „Gerade in der aktuellen Eurokrise ist es wichtig, den europäischen Gedanken hoch zu halten.“ Mit diesen Worten lobt Axel Voss, Europaabgeordneter der CDU für die Region Mittelrhein, die Europa-Projektwoche am Goldenberg Europakolleg, die unmittelbar an die Herbstferien anschloss. Die Woche gipfelte in einem Tag der offenen Tür, feierlich eröffnet vom Hürther Bürgermeister Walther Boecker. Schülerinnen und Schüler aller Bildungsgänge stellten ihre Arbeitsergebnisse auf einem Markt der Möglichkeiten vor.

Die beiden Organisatoren der Europawoche, Stefan Wilhelmi und Ingo Schlierbach, freuen sich, dass eine große Zahl von Schülerständen auf dem Markt vertreten waren. „Die Schüler informieren über Vielerlei – von A wie Alphabete in Europa bis Z wie Zahlungsmittel. Die Aula platzt schon aus allen Nähten, wir mussten sogar auf die Galerie und angrenzende Klassenräume ausweichen. In der Sporthalle findet dann das Spiel „Europa ohne Grenzen“ statt.“

Jean Péré von der Mobilitätsberatung der IHK Köln informierte in seinem Vortrag „Fit für das Ausland“ über die Möglichkeit, dass Auszubildende einen Teil ihrer Ausbildung im Ausland absolvieren. Der gebürtige Franzose hat selbst seine Ausbildung zum Übersetzer in Köln abgeschlossen und ist dann in Köln hängen geblieben, weil die Stadt „einfach cool ist“. Ebenfalls positive Erfahrungen in ihrem Auslandsaufenthalt hat Göntje Gust (25) von „Studienscout NL“ gemacht; aus dem Münsterland stammend studierte sie Wirtschaft im niederländischen Leeuwarden. Sie informierte die Oberstufenschüler der sechs Abitur- bzw. Fachabiturbildungsgänge des Goldenberg Europakollegs über Studienmöglichkeiten in den Niederlanden. „Ein Studium in den Niederlanden bietet einige Pluspunkte. Neben dem Erlernen einer weiteren Sprache stehen euch nach dem Studium zwei Arbeitsmärkte offen.“

Dazu passte, dass direkt neben dem Infostand von Studienscout NL Schüler aus der Klasse der Gestaltungstechnischen Assistenten einen Schnupperkurs in Niederländisch anboten. Lucie Schilling (18), Mittelstufenschülerin, lernt seit einem Jahr Niederländisch am Goldenberg Europakolleg und überlegt, nach ihrem Abitur in den Niederlanden zu studieren. „Architektur interessiert mich. Durch die Leistungskurse Gestaltungstechnik und Englisch und den Grundkurs Niederländisch bringe ich bereits gute Vorkenntnisse für ein erfolgreiches Studium im Ausland mit.“ In einem persönlichen Gespräch gab Göntje Gust ihr Tipps, wie sie ihr Studium in Holland finanzieren kann.

Besonderen Anklang fand das Improvisations-Theater zum Thema „Begegnungen in Europa“, das Gestaltungslehrerin Anna Reuter mit Schülern aus verschiedenen Gestalterklassen organisierte. Die während der Projekttage zuvor durchgeführten Improvisationsübungen zur Stimmbildung und Körpersprache zahlten sich nun aus: Die Theatergruppe führte zwei Vorstellungen auf, in denen Menschen unterschiedlicher Nationalitäten aufeinander treffen und sich mit Hand und Fuß verständigen. Das führt natürlich zu einigen Missverständnissen und sehr viel Gelächter im Publikum, nicht zuletzt, weil die Schülerinnen und Schüler ihre Rollen mit Klischees und Stereotypen ausgestalteten. Vor allem Vincent Selonke, Gestaltungstechnischer Assistent aus der Unterstufe, überzeugte mit seinem komischen Talent. Der angehende Fachabiturient mit südafrikanischen Wurzeln stellte u. a. einen spanischen Polizisten dar, der sich nicht aus seiner Ruhe bzw. seiner Siesta bringen lässt.

Der emotionale Höhepunkt des Europatages war sicherlich die Verabschiedung der langjährigen EU-Koordinatorin Isabel Jung durch den stellvertretenden Schulleiter Karl-Wilhelm Friedrich. Isabel Jungs Engagement hat maßgeblich dazu beigetragen, dass das Berufskolleg Anfang 2010 als Europaschule zertifiziert wurde. Die Lehrerin für Englisch, Politik und Gesellschaftslehre wird in den nächsten drei Jahren mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Chile leben. Dort werden sie an der deutschen Schule in Valparaíso tätig sein. „Ich gehe mit einem lachenden und einem weinendem Auge. Vor allem die fruchtbare Arbeit im EU-Team und die Begegnung mit unseren Austauschpartnern werden mir fehlen.“

MÜN

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