Goldenberg Europakolleg

Mobilitäts-Ziel vorzeitig erreicht

EU-Team des Goldenberg Europakollegs mit Schulleiter und Schüler Alexander HPRegierungspräsidentin ehrt Goldenberg Europakolleg für herausragende Leistungen

Köln/Hürth/Wesseling. Jeder dritte Student geht heutzutage ins Ausland, doch Auszubildende in Industrie, Handel und Handwerk nehmen noch viel zu selten an grenzüberschreitenden Mobilitätsmaßnahmen teil. Das muss sich ändern, fordert die Bundesregierung: Bis 2020 sollen mindestens 10 % der Berufsschüler während ihrer Ausbildung Auslandserfahrungen sammeln.

Da kommt die Strategie „10 % – strategisch – beruflich – mobil“ der Bezirksregierung Köln gerade richtig: Ab diesem Jahr werden von den 58 Berufskollegs im Regierungsbezirks diejenigen öffentlich geehrt, die schon jetzt 10 Prozent ihrer Schülerinnen und Schüler Auslandspraktika ermöglichen. Damit übernimmt die Kölner Bezirksregierung landesweit eine Vorreiterfunktion.

Das Goldenberg Europakolleg mit seinem EU-Netzwerk um die Standorte Hürth und Wesseling hat dieses Ziel bereits in diesem Jahr erreicht und wurde dafür Mitte Mai von Regierungspräsidentin Gisela Walsken ausgezeichnet – zusammen mit nur acht weiteren Berufskollegs von 58. Walsken lobte die Berufskollegs für ihr überdurchschnittliches Engagement: „Im Ausland gewonnene Erfahrungen erweitern den eigenen Horizont. Davon profitieren nicht nur die Arbeitgeber, sondern auch unsere Region.“

Schülerteam interviewt Schulleiter Herwartz HP

Schulleiter Matthias Herwartz sowie die EU-Koordinatoren des Goldenberg Europakollegs Marina Kittler, Ingo Schlierbach und Sabine Staiger-Pannes nahmen die Auszeichnung entgegen. Matthias Herwartz, der erst seit gut einem Jahr die Geschicke des Berufskollegs leitet, war sichtlich beeindruckt von der Feierstunde: „Von Anfang an wusste ich, dass Europa am Goldenberg Europakolleg groß geschrieben wird. Schließlich war es das erste gewerblich-technische Berufskolleg der Kölner Region, das als „Europaschule NRW“ ausgezeichnet wurde. Die Ehrung heute zeigt mir, dass wir damit auch in bundespolitischer Sicht den richtigen Weg eingeschlagen haben.“

Das Besondere an dieser Ehrung: Während es in den Abitur- und Fachabiturklassen relativ leicht ist, mit einer kompletten Klasse ins Ausland zu reisen, ist der Organisationsaufwand bei Berufsschülern ungleich größer. Hier ist das Entgegenkommen der häufig kleinen Betriebe wichtig, die während des Auslandsaufenthaltes auf ihren Azubi verzichten. Diesen Punkt hob auch Alfred Balsam, Vizepräsident der Handwerkskammer zu Köln hervor, der an die Politik appellierte, die bürokratischen Hürden für kleine Betriebe zu senken, die Azubis ins Ausland schicken wollen. Hier hat das Goldenberg Europakolleg in den letzten Jahren sehr viel Überzeugungsarbeit, aber auch konkrete Hilfe geleistet, um interessierten Berufsschülern den Traum vom Auslandspraktikum zu ermöglichen. Dazu Europa-Koordinatorin Sabine Staiger-Pannes: „Wir haben die Auslandspraktika in mehreren Bildungsgängen fest etabliert. So machen jedes Jahr interessierte Metallbauer, Chemielaboranten, Elektroniker für Automatisierungstechniker, Werbetechniker sowie Mechatroniker für drei Wochen wertvolle persönliche und berufliche Erfahrungen im europäischen Ausland.“

Abiturient Alexander Büsken und Schulleiter Matthias Herwartz HP

Alexander Büsken (20), der gerade seine Abiturprüfungen in den Leistungskursen Maschinenbautechnik und Mathematik am Goldenberg Europakolleg überstanden hat, nahm stellvertretend für seine Mitschüler den „europass Mobilität“ entgegen. Dieses Zertifikat erhält er für ein 3-wöchiges Praktikum, das er 2014 im finnischen Voikkaa absolviert hat. Es bescheinigt ihm – und potentiellen Arbeitgebern – dass er interkulturelle Kenntnisse und Handlungskompetenz im Ausland erworben hat. In seinem konkreten Fall hatte Alexander bei der Firma „Teräspyörä-Steelwheel Oy“, einem Eisenbahn-Zulieferer, einen Zug restauriert.

Dass der „europass“ nicht nur einen zusätzlichen Pluspunkt bei der Bewerbung um einen Arbeitsplatz darstellt, weiß EU-Koordinatorin Marina Kittler. „Auf unseren Informationstagen fragen viele Jugendliche nach unserem Europa-Netzwerk. Die Aussicht, ein 3-wöchiges Praktikum im Ausland zu absolvieren, spricht viele an und kann den entscheidenden Ausschlag bei der Schulwahl geben.“ Auf dem nächsten EU-Informationsabend am 27. Mai 2015 berichtet Alexander Büsken ab 19 Uhr interessierten Schülern und Eltern der Gestaltungstechnischen und Maschinenbautechnischen Assistenten von seinen Erfahrungen im Ausland.

MÜN

 

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